Kurz gesagt: So funktioniert das bargeldlose Nahverkehrssystem Tbilisis in der Praxis. Zwei Metrolinien, ein stadtweites Busnetz, vier Seilbahnen aus der Sowjetzeit, eine Standseilbahn, drei verschiedene Zahlungskarten und die Apps, die alles verbinden.

Stadt Tbilisi nutzt ein bargeldloses Nahverkehrssystem mit Einheitspreis. Eine Fahrt mit Metro, Stadtbus oder Kleinbus kostet 1 GEL (unter 0.40 EUR). Es gibt keine Zonen, keine Entfernungsberechnung und im gesamten System kein Münzgeld. So funktioniert alles.

Drei Karten, drei Einsatzbereiche

Tbilisi hat drei verschiedene Bezahlkarten für den Nahverkehr. Die richtige Wahl ist wichtig, da sie nicht bei allen Diensten austauschbar sind.

Möglichkeit A: Ihre eigene Bankkarte

Die einfachste Methode für kurze Aufenthalte. Halten Sie beim Einsteigen Ihre kontaktlose Debitkarte oder Smartphone-Wallet an das Lesegerät. Der Fahrpreis beträgt etwa 1.50 GEL (etwas mehr als mit einer lokalen Karte). Mit Wise-Karten und einem Lari-Guthaben entfallen Umrechnungsgebühren vollständig. Am besten für Ihre ersten Fahrt mit dem Flughafenbus.

Option B: Weiße MetroMoney-Karte (für die meisten Besucher am besten)

Die Alltagskarte. Sie kostet 2 GEL an jedem Kassenschalter einer Metrostation (achten Sie auf den „MS“-Schalter). Sie gilt in der Metro, in allen Bussen und Kleinbussen sowie für drei Seilbahnen (Narikala, Schildkrötensee, Bagebi). Sie gilt auch in den Stadtbussen von Batumi.

Hauptmerkmale:

  • Kostenlose Umstiege zwischen Metro und Bus innerhalb von 90 Minuten
  • Mehrere Fahrgäste können eine Karte teilen
  • Rückzahlbare Kaution innerhalb von 30 Tagen (bewahren Sie Ihren Beleg auf)
  • An orangefarbenen Express-Zahlboxen der Bank of Georgia mit Bargeld oder Münzen aufladen

Möglichkeit C: Blaue Reisekarte (Abonnementmodell)

Lohnt sich nur bei vier oder mehr Fahrten täglich. Ebenfalls für 2 GEL an den Metro-Kassen erhältlich. Abonnements: 1 Tag (3 GEL), 1 Woche (20 GEL), 1 Monat (40 GEL). Auf 20 Fahrten pro Tag begrenzt. Nicht übertragbar. Kein 90-Minuten-Umsteigefenster. Gilt nicht für die Narikala Cable Car.

Mtatsminda-Parkkarte (separates System)

Erforderlich für die Mtatsminda Funicular und die Rustaveli Avenue Cable Car. Weder MetroMoney noch Bankkarten funktionieren dort. Kostet 2 GEL an den Fahrkartenschaltern der Station. Eine Karte kann von mehreren Fahrgästen gemeinsam genutzt werden.

Die Metro: zwei Linien, 23 Stationen

Die 1966 eröffnete Metro von Tbilisi ist sauber, schnell und mit Mosaiken und Flachreliefs aus der Sowjetzeit geschmückt, die allein schon eine Fahrt wert sind. Fotografieren ist offiziell verboten, unauffällige Handyfotos werden jedoch geduldet.

Der rote Linie (Akhmeteli–Varketili) verläuft von Norden nach Süden durch die nützlichsten Stationen der Stadt:

  • Platz der Freiheit: Altstadt von Tbilisi, Freiheitsplatz, Sololaki
  • Avlabari: Dreifaltigkeitskathedrale, Rike-Park
  • Marjanishvili: Fabrika, Chugureti, Aghmashenebeli-Allee
  • Bahnhofsplatz: Central Railway Station (Umstieg zur grünen Linie)
  • Didube: Wichtigster Busbahnhof für Marschrutkas nach Kazbegi, Kutaisi und überallhin

Der grüne Linie (Saburtalo) verläuft ost-westlich durch Saburtalo. Beide Linien treffen am Bahnhofsplatz zusammen.

Betriebszeiten: täglich von 6 Uhr bis Mitternacht. Die Rolltreppen sind überraschend schnell. Die tiefste Station (Rustaveli) liegt 120 Meter unter der Erde.

Stadtbusse: Sie schließen jede Lücke

Wo es keine Metrostation gibt, verkehrt ein Bus. Busse bedienen Vera-Vake, die äußeren Vororte und Ziele wie das Denkmal Chronicles of Georgia. Liniennummern, die mit 2 oder 3 beginnen, gehören zu großen Bussen; bei 4 oder 5 sind es kleinere Minibusse.

Betrieb von 7 Uhr morgens bis Mitternacht, alle 10 bis 40 Minuten. Moderne Busse haben Klimaanlage, USB-Anschlüsse und Rollstuhlrampen. Steigen Sie an jeder Tür ein, halten Sie die Karte einmal an ein Lesegerät und fahren Sie bis zu Ihrer Haltestelle. Die Fahrer halten standardmäßig an jeder Station.

Google Maps vereint alle drei Systeme: Metro (rot), Busse (grün), Minibusse (blau). Die offizielle TTC-App fügt Echtzeitortung hinzu.

Die Seilbahnen: Sowjetische Ingenieurskunst trifft Bergblicke

Narikala-Seilbahn (vom Rike-Park zur Festung)

Moderne Gondeln überqueren den Fluss mit Altstadtpanorama. 2.5 GEL mit MetroMoney oder Bankkarte. Geöffnet 10 Uhr morgens bis Mitternacht (Sommer), 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends (Winter).

Seilbahn Rustaveli-Mtatsminda (Wiedereröffnung 2024)

Ursprünglich 1958 erbaut, war die Anlage 34 Jahre lang geschlossen und wurde schließlich wieder in Betrieb genommen. Die Talstation hinter der Akademie der Wissenschaften ist mit ihrer Doppelhelix-Treppe ein beeindruckendes sowjetisches Wahrzeichen. Neue Kabinen mit Glasboden bewältigen den Anstieg von 845 Metern in 4 Minuten. 12 GEL, zahlbar ausschließlich mit der Mtatsminda Park Card.

Mtatsminda-Standseilbahn (seit 1904)

Der klassische Weg auf den Mtatsminda Mountain, mit Halt an der Mittelstation beim Mamadaviti Pantheon für Stadtblicke und kunstvolle Grabsteine. 12 GEL mit der Mtatsminda Park Card. Das historische Gebäude der Talstation ist selbst ein Reiseziel.

Seilbahn am Schildkrötensee

Blaue sowjetische Retro-Kabinen vom Vake Park zum Schildkrötensee und zum Ethnografischen Museum. 1 GEL. 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends.

Seilbahn Bagebi-Maglivi

Rechteckige Gondeln aus der Sowjetzeit überqueren nahe der Tbilisi State University die Vere-Schlucht. Vor allem eine schöne Panoramafahrt an brutalistischen Wohnheimen vorbei. 1 GEL. Von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends.

Wichtige Verkehrsverbindungen

  • Flughafen: Bus 337 zum/vom Bahnhofsplatz über den Freiheitsplatz. 1 GEL. Fährt von 7 Uhr morgens bis 11 Uhr abends. Nutzen Sie bei nächtlicher Ankunft Bolt oder ein Auto mieten
  • Bahnhof: Die Metrostation Bahnhofsplatz liegt direkt neben dem Eingang. Beide Linien halten hier
  • Busbahnhof Didube: Metro Didube (rote Linie), oberirdisch. Gehen Sie hinter den Markt, um die Bahnsteige zu erreichen

Ungeschriebene Regeln

  • Durch die mittleren oder hinteren Türen einsteigen
  • Lassen Sie die Menschen aussteigen, bevor Sie hineindrängen
  • Sprechen Sie nicht mit dem Fahrer
  • Überlassen Sie älteren Fahrgästen und Frauen Ihren Sitzplatz
  • In vollen Bussen ist es völlig normal, Ihre Karte zum Antippen an eine Person in der Nähe des Lesegeräts weiterzureichen

Außerhalb der Stadtgrenzen

Innerhalb von Tbilisi funktioniert der öffentliche Nahverkehr hervorragend, doch für Tagesausflüge in Weinregionen, Bergwanderungen oder Reiserouten durch mehrere Städte ein Auto mieten ist die praktische Verbesserung. Öffentliche Verkehrsmittel erreichen die meisten Orte nicht, die Georgien besonders machen. Für Bergstraßen sehen Sie sich unseren 4x4-Flotte. Einen breiteren Überblick über Verbindungen zwischen den Städten finden Sie in unserem Verkehrsübersicht, Leitfaden zu Fahrdiensten, und Fahrleitfaden.

Vor- und Nachteile

Öffentlicher Stadtverkehr

  • Vorteile: Preiswert und praktisch für kurze Fahrten in der Stadt, wenn die Stationen zur Route passen. So vermeiden Sie Parkplatzsuche und den Stress des Stadtverkehrs.
  • Nachteile: Mit Gepäck, bei spätabendlicher Ankunft oder mehreren Stopps weit entfernt von Bahnhöfen ist es weniger bequem. Menschenmengen, Umstiege und Zahlungskarten können einen engen Zeitplan verlangsamen.

Quellen

Diese offiziellen Quellen belegen die praktischen Angaben in diesem Leitfaden. Prüfen Sie vor Ihrer Reise aktuelle Fahrpläne, Preise, Öffnungszeiten und Straßenverhältnisse erneut.